Peter Burkhart

Mister Magirus
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Peter Burkhart erzählt uns hier die Geschichte seines Lebens, sie handelt fast ausschließlich von Magirus und Iveco. Peter hat sich im Großteil seiner Lebenszeit mit den Produkten von Magirus und Iveco beschäftigt, aber nicht weil er es muss, sondern weil es seine Passion ist. Durch seine Leidenschaft zu Lastwagen, Omnibussen und Feuerwehrautos hat er eine Menge an Wissen darüber gesammelt, deshalb möchte ich sagen: „Peter, ist Mister Magirus“. Keine andere lebende Person hat annähernd vergleichbares Wissen zu Magirus und Iveco in seinem Gehirn gespeichert wie Peter, und darum ist er zu Recht Mister Magirus. Schon vor vielen Jahren hatte er die Idee, die Produkte von Magirus und Iveco zu sammeln und für die Nachwelt zu erhalten. Diese Idee konnte er auch zusammen mit anderen Kameraden im März 1999 umsetzen, es wurde der OCM gegründet, heute der Magirus Iveco Museum e. V.. Und der 1. Vorsitzende ist seit vielen Jahren wer? Natürlich Peter! Dafür und für die Geschichte, die Peter uns hier erzählt, auf der Webseite seines Vereins, möchten wir uns bei Peter ganz herzlich bedanken.

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S3500 Magirus für Edeka in Hamburg, am 7. September 1949. Mit einem identischen S3500 war Peter »

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« im Kindergartenalter mit seinem Onkel unterwegs, von Ulm über die schwäbische Alb, zum Bodensee.



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Verladeszenen von S3500 Magirus Lastwagen 1951 im Werk II. Leider sind die Kleinbildaufnahmen nicht sehr scharf, aber auf Grund ihrer Einmaligkeit möchte ich sie doch zeigen.

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Magirus Werk I in der Schillerstraße in Ulm, im Ausbauzustand wie bei Peters Eintritt in die Firma im September 1970. Das 2. Foto zeigt die Namen zu den einzelnen Gebäuden.


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Die alte Eckhauber Baureihe geht 1970, hier ein 200D16AK am 6. April 1965.

In 2 Jahren schafften es die Teilezurichter-Lehrlinge. Teilezurichter hatten die Aufgabe, die richtigen Bauteile für die Fahrzeugproduktion bereitzustellen.
Zusätzlich zu den gewerblichen gab es noch die kaufmännischen Lehrlinge, die aber an anderer Stelle ausgebildet wurden.
Bei Magirus war klar, bei der Gesellenprüfung müssen die Stifte von Magirus die Besten sein, nicht nur in der Praxis, sondern auch in der Theorie. Stifte nannte man zu dieser Zeit noch die Lehrlinge, die später Auszubildende genannt werden mussten. Nichts wurde dem Zufall überlassen, im 4. Stock unseres Gebäudes waren Klassenräume, in denen wir zusätzlich zum Berufsschulunterricht, 2 Mal in der Woche, von ehemaligen Lehrmeistern, theoretisch unterrichtet wurden. In der Berufsschule hatten wir Magirus Stifte ebenfalls einen Vorteil, es gab Klassen nur für uns. Damit war klar, Magirus Stifte waren immer die Besten bei der Gesellenprüfung. Magirus war von Anfang an immer sehr sozial eingestellt, so waren Löhne und Zuwendungen immer großzügiger als bei anderen Arbeitgebern. Zum Beispiel wurde die Arbeitskleidung gestellt und in der eigenen Wäscherei

gewaschen. Das Mittagessen gab es zum Sonderpreis, in einer eigenen Lehrlingskantine im 4. Stock unseres Blocks. Im wöchentlichen Wechsel wurde das Essen von uns Stiften in der Hauptkantine mit dem Geschirr abgeholt, in der Mittagszeit ausgeteilt und anschließend das Geschirr wieder zurückgebracht.
Neben weiteren Vergünstigungen bekamen wir Lehrlinge wöchentlich kostenlosen Schwimmunterricht im Ulmer Stadt- oder Freibad. Dies war ein besonderes Anliegen vom Vorstand Herrn Kosegarten, dessen Sohn, weil er nicht schwimmen konnte, ertrunken war.
Mitarbeiter mit einem körperlichen Handicap wurden nicht einfach abgeschoben, sondern wurden in einer besonderen Werkstatt die „Altenwerkstatt“ genannt wurde, bis zu ihrer Rente weiterbeschäftigt. Im 1. Stock unseres Gebäudes drehten, stanzten und fertigten sie Kleinteile für die Produktion.
1974 legte ich meine Gesellenprüfung selbstverständlich erfolgreich ab und freute mich auf meine neuen Aufgaben bei Magirus.
(Text: Peter Burkhart)
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Die neue Eckhauber Baureihe kommt 1971, hier ein 232D22AK 6x6 aus der 1. Serie.



Dies war der erste Teil von Peters Leben bei und mit Magirus. Besuchen sie uns regelmäßig und sehen demnächst mehr von Peters Geschichte. Oder schauen doch einmal vorbei, beim Stammtisch oder im Museum, und reden einmal selbst mit Peter über seine spannende Zeit bei Magirus und Iveco.